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Lebensversicherung verkaufen – clevere Alternative zur Kündigung

Lebensversicherung verkaufen Eine unerwartete Lebenssituation kann jeden treffen. Viele Menschen kündigen deshalb aus der finanziellen Not heraus ihre Lebensversicherung vorzeitig, müssen aber mit Verlusten rechnen. Abhilfe schafft der Verkauf auf dem Zweimarkt, bei dem sogar der Schutz im Todesfall erhalten bleibt. Der folgende Ratgeber stellt wichtige Informationen darüber zusammen und hilft, eine bestmögliche Lösung für dich zu finden.
Besonderheiten
  • mehr Geld als bei Kündigung
  • schnelle Auszahlung
  • Todesfallschutz bleibt erhalten
  • steuerliche Vorteile

Definition: Was steckt hinter dem Verkauf der Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung wird in der Regel mit einer langen Vertragslaufzeit von mehreren Jahrzehnten abgeschlossen. Du zahlst also monatlich oder jährlich einen gewissen Betrag ein und kannst die Ersparnisse im hohen Alter in eine Art Rente umwandeln. Zusätzlich zur Altersvorsorge übernimmt die Lebensversicherung den Schutz im Todesfall. Die Hinterbliebenen erhalten eine festgelegte Summe aus dem Vertrag, unabhängig von den Einzahlungen. Die Kosten für die Beerdigung oder beispielsweise die Kosten für laufende Kredite lassen sich mit einer Lebensversicherung abdecken. Welchem Zweck die Lebensversicherung letztlich dient, legt die jeweilige Form fest. So gibt es beispielsweise Policen, die nur im Todesfall greifen und keine Beträge ansparen. Anders verhält es sich bei den Kapitallebensversicherungen, die mit Renditen locken und Zinsen auf die eingezahlten Beiträge gewähren.

Allerdings ist die Zukunft nicht zu 100 Prozent planbar und eine unvorhergesehene Situation bringt dich finanziell vielleicht in Schwierigkeiten. Sind dann die monatlichen Beiträge nicht mehr zahlbar oder brauchst du das bereits angesparte Geld, müsste die Lebensversicherung gekündigt werden. Der voreilige Entschluss zur Kündigung ist jedoch nicht immer der Beste Weg. Um finanzielle Verluste zu vermeiden, lohnt sich ein Verkauf der Lebensversicherung über einen Zweitmarkt. In den kommenden Abschnitten zeigen wir dir, wie das Ganze funktioniert, welche Vorteile es mit sich bringt und worauf du genau achten musst.

Richtlinien beim Verkaufen – alle Ansprüche abtreten

Es gibt verschiedene Ankäufer, die an bereits laufenden Policen interessiert sind. Bei einem solchen Verkauf trittst du alle Ansprüche aus dem Vertrag an den Käufer ab. Als Ausgleich bekommst du eine vereinbarte Summe überweisen, beispielsweise in der Höhe der bisher eingezahlten Beiträge. Das heißt: du brauchst keine Angst vor Bearbeitungsgebühren oder enormen Verlusten haben. Teilweise lässt sich die Lebensversicherung auch mit einem kleinen Gewinn verkaufen. Vergleiche am besten mehrere Angebote, die du für die Police bekommst. In jedem Fall solltest du einen höheren Kaufpreis erzielen, als es bei der Kündigung der Fall gewesen wäre.

Deine Lebensversicherung wird dann an einen anderen Anleger weiterverkauft, der sie über die vereinbarte Laufzeit fortführt, die Beiträge einzahlt und letztlich die Gewinne bei Vertragsende ausgezahlt bekommt. Allerdings sind nicht alle Policen zum Verkaufen geeignet, denn es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören beispielsweise folgende Punkte:

  • Der Mindest-Rückkaufwert muss bei etwa 5000 Euro liegen.
  • Die Restlaufzeit sollte nicht höher als 25 Jahre sein.
  • Die Laufzeit beträgt noch mindestens 5 Jahre.
  • Der Vertrag besitzt gute Garantiezinsen.
  • Es sollte sich um eine kapitalbildende Lebensversicherung handeln.

Kapitalbildende Lebensversicherung heißt in diesem Fall: es werden monatliche Beiträge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingezahlt. Die Versicherungsgesellschaft legt das Kapital sinnvoll an und erwirtschaftet damit eine Rendite. Dank der vereinbarten Zinsen ist das Kapital über die Jahre hinweg gewachsen und kann als Altersvorsorge nun verbraucht werden. Im besten Fall bekommt der Anleger also mehr Kapital ausgezahlt, als Beiträge in die Versicherung eingezahlt worden sind.

Wichtig: Fondsgebundene Lebensversicherungen und Direktversicherungen sind meist vom Verkaufen ausgeschlossen. Hier ist grundsätzlich mit Verlusten zu rechnen. Außerdem kauft kein Anbieter Riester- oder Rürup-Policen.

Verkaufen oder Kündigen – der Unterschied

Eine Lebenssituation kann sich sehr schnell ändern und die Versicherung im Hintergrund muss in vielen Fällen abgegeben oder aufgelöst werden. Das Recht auf Sonderkündigung besteht für Versicherte schließlich immer. Statt voreiliger Schritte solltest du dich mit dem Thema Verkauf und Kündigung genauer auseinander setzen. Auch Verbraucherschützer warnen vor der Kündigung, da häufig Verluste entstehen. Extrem hohe Stornokosten der Versicherungsgesellschaften bringen Abzüge mit sich und schmälern den Rückkaufswert. Außerdem entfallen die lukrativen Schlusszahlungen, die es erst mit Ablauf der Police geben würde.

Ebenso ein wichtiger Punkt: der Schutz im Todesfall ist umgehend erloschen. Bei einer Kündigung wird dir nur der Rückkaufswert ausgezahlt, der meist viel niedriger ist als die bisher eingezahlten Beiträge (geregelt laut § 169 des VVG). Die Kündigungsfrist beträgt meist vier Wochen und ist abhängig vom jeweiligen Zahlungsintervall. Bei einer jährlichen Zahlung muss bis vier Wochen zum Jahresende gekündigt sein. Es lohnt aber einmal mehr über den Verkauf nachzudenken.

  • Höherer Kaufpreis: Verkaufst du deine Lebensversicherung, bekommst du den Rückkaufswert und teilweise sogar eine höhere Summe, als die bisher eingezahlten Beiträge. Der Käufer führt die Police also bis zum Ende fort, sodass keine Stornogebühren anfallen. Du erhältst deshalb einen deutlich höheren Kaufpreis.
  • Versicherungsschutz bleibt erhalten: Außerdem bleibt dir der Todesfallschutz für deine Angehörigen erhalten, was sehr vielen Versicherungsnehmern wichtig ist. Im Todesfall bekommen die Erben des Versicherungsnehmers die vereinbarte Summe ausgezahlt, abzüglich der Investitionskosten.
  • Keine Steuern zahlen: Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Steuer. Die Kündigung der Versicherung geht immer mit Kapitalertragssteuer einher. Beim Verkaufen wird die ausgezahlte Summe günstiger besteuert oder du musst sogar gar keine Steuern bezahlen.
  • Nicht an Stichtag gebunden: Im Gegensatz zur Kündigung ist der Verkauf auch jederzeit im Jahr möglich und nicht auf einen bestimmten Stichtag festgelegt. Demnach profitierst du von einer schnellen und meist unkomplizierten Auszahlung.
Tipp: Wer also das Geld aus seiner Versicherung benötigt und diese unbedingt loswerden will, sollte die Police zunächst unverbindlich und kostenfrei bewerten lassen.

Für wen eignet sich der Verkauf – bei Kapitallebensversicherungen

Etwa die Hälfte aller Anleger führen ihre Versicherung nicht komplett bis zum Schluss. Etwa 30 Prozent aller Versicherten lösen sie in den ersten zehn Jahren auf. Rund 50 Prozent kündigen oder verkaufen in den ersten 20 Jahren. Gründe gibt es dafür viele, wie beispielsweise:

  • zu niedrige Renditen
  • garantierte Auszahlung nimmt ab
  • plötzliche finanzielle Not
  • persönliche Situation änder sich
  • mangelnde Beratung vor Abschluss

Wer Geld aus seiner Lebensversicherung nimmt oder diese sogar kündigt, zahlt immer drauf. In finanziellen Engpässen ist es deshalb immer zu prüfen, ob sich ein Verkauf lohnt. Dies funktioniert meist nur bei einer Kapitallebensversicherung. Es lassen sich nämlich nicht alle Policen lukrativ verkaufen. Gründe für einen Verkauf sind schnell gefunden. Beispielsweise wird die höhere Summe aus dem Vertrag benötigt oder die finanzielle Lage erlaubt nicht mehr das Zahlen der monatlichen Beiträge.

Trotzdem sollte dir klar sein: bekommst du ein Angebot für deine private Lebens- oder Rentenversicherung, lohnt sich oftmals auch das Fortführen des Vertrags. Mit Blick auf die Rendite, die Verzinsung oder den Schlussbonus wäre es schade, diesen finanziellen Mehrwert nicht abzuschöpfen. Vielleicht dauert der Engpass nicht lange an und du entscheidest dich für eine Alternative zum Verkauf. Manchmal aber scheint das Ende der Laufzeit noch in weiter Ferne. Bei langfristigen finanziellen Schwierigkeiten bekommst du durch den Verkauf wenigstens noch Anspruch auf die Versicherungssumme und fährst im Gegensatz zur Kündigung keine Verluste ein.

Lukrative Auszahlung – Kaufpreise sind immer unterschiedlich

Verschiedene Ankäufer werden dir auch unterschiedliche Kaufpreise nennen. Jeder berechnet den Preis etwas anders und jeder sieht hinter dem Vertrag einen anderen Wert. Diese Bewertung basiert beispielsweise auf der restlichen Vertragslaufzeit, dem Alter des Versicherungsnehmers, der veranschlagte Rendite und der Überschusssituation. In jedem Fall sollte der genannte Kaufpreis über dem eigentlichen Rückkaufswert liegen. Hierbei handelt es sich um die Summe, die du von der Versicherungsgesellschaft selbst bekommen würdest im Falle einer Kündigung. Der Rückkaufswert ist aber nicht mit allen eingezahlten Beiträge gleichzusetzen. Bereits angefallene Kosten und Stornogebühren müssen abgezogen werden. Deshalb ist der Rückkauf immer mit einem Verlust verbunden.

Der Verkauf der Lebensversicherung bringt dir etwa 2 bis 4 Prozent mehr als den eigentlichen Rückkaufswert. Schließlich kann der Käufer den Vertrag gewinnbringend weiterführen und zeigt sich meist großzügig bei der Übernahme. Handelt es sich aber um eine Rentenversicherung mit einer enorm hohen Rendite, kann der Aufschlag durchaus höher ausfallen. Wichtig hierbei ist: hol dir immer ein Angebot von verschiedenen Käufern ein. Kein gebotener Kaufpreis sollte unter dem Rückkaufswert liegen. In diesem Fall gilt es, nachzufragen und die Versicherung eventuell doch zu kündigen.

Die Vor- und Nachteile beim Verkauf der Lebensversicherung

VorteileNachteile
  • Keine Stornogebühren
  • keine Bearbeitungsgebühr
  • höherer Kaufpreis
  • Todesfallschutz
  • keine Steuern zahlen
  • schnelle Auszahlung
  • jederzeit möglich
  • Kein Anspruch auf Schlusszahlung
  • keine Altersvorsorge mehr

Wie geht das: Lebensversicherung in wenigen Schritten verkaufen

Es gibt einen generellen Ablauf, an den du dich beim Verkauf der Lebensversicherung halten kannst. Der ganze Prozess erfolgt in mehreren Schritten. In den nächsten Abschnitten wollen wir dir die einzelnen Schritte etwas genauer erklären und Tipps geben, worauf du besonders achten musst.

Ankäufer auswählen, Angebot anfordern und Formular ausfüllen

Zunächst wählst du verschiedene Ankäufer aus und holst die unverbindliche und kostenfreie Angebote ein. Die meisten Unternehmen bieten ein einfaches und übersichtliches Onlineformular. Trage hier alle nötigen Informationen ein, wie:

  • Kontaktdaten
  • Versicherer
  • Vertragsnummer
  • Vertragslaufzeit
  • Rückkaufswert

Das heißt: der Rückkaufswert muss dir bekannt sein. Diesen erfährst du unkompliziert von deiner aktuellen Versicherung. Meist genügt nur ein Anruf, wenn du die Versicherungsnummer bereits rausgesucht hast.

Informationsvollmacht ausstellen und unterschreiben

Damit die Ankäufer überhaupt ihre Arbeit erledigen können, benötigen sie eine Informationsvollmacht von dir. Diese muss ausgefüllt und unterschrieben werden. Damit gibst du dein Einverständnis, dass der Ankäufer Daten beim Versicherer erfragen kann und sich alle nötigen Informationen selbst zusammensucht. Die Vollmacht sendest du am besten mit einer Kopie deiner Vertragsunterlagen an den Ankäufer. Nun dauert es etwa 14 Tage, bis du mit einem ersten Angebot rechnen kannst.

Angebot annehmen – längere Bearbeitungszeit

Hast du dich für einen Ankäufer entschieden, unterschreibst du den Kaufvertrag und sendest die Originaldokumente zu. Ab diesem Zeitpunkt kann es gut bis zu acht Wochen dauern, bevor du die Auszahlung erhältst. Der Ankäufer tritt zunächst mit der Versicherung in Kontakt und informiert diese über die Abtretung des Vertrages. Erst nach diesem Vorgang wird dir der Kaufpreis komplett ausgezahlt.

Tipp: Manche Anbieter arbeiten generell mit Pauschalangeboten, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen. So hast du das Geld innerhalb weniger Tage auf dem Konto und musst die Police vorher nicht zwingend prüfen lassen. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich mehrere Angebot einzuholen.

Mehr Sicherheit durch einen Treuhänder

Ist dir das komplette Geschäft immer noch zu unsicher? Dann kannst du bei höheren Kaufsummen einen Treuhänder einsetzen. Auf Wunsch stellt der Ankäufer den entsprechenden Kontakt her. Allerdings musst du mit zusätzlichen Kosten zwischen 125 und 250 Euro rechnen. Du kannst dir dann aber auch sicher sein, dass das Geld wirklich bei dir ankommt.

Mehr Informationen bietet auch der ARD Ratgeber zum Thema „Raus aus der Lebensversicherung“:

Verkaufen oder behalten? Policen beleihen oder Raten aussetzen

Der Verkauf oder die Kündigung der Lebensversicherung ist nicht immer die beste Möglichkeit bei einem finanziellen Engpass. Hier solltest du genau abwägen, in welcher Situation du dich befindest und ob es nicht vielleicht lohnenswerte Alternativen gibt. Belasten dich beispielsweise nur die monatlichen Einzahlungen, lässt sich die Versicherung über einen gewissen Zeitraum freistellen. Der Schutz bleibt bestehen, die eingezahlte Summe wird eingefroren und die monatlichen Zahlungen setzen aus.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Versicherung zu beleihen. Hier spricht man von einem zinsgünstigen Policendarlehen, das sich aber nicht in jedem Fall lohnt. Meist sind diese Darlehen tilgungsfrei und du zahlst durchgehend Zinsen weiter auf den kompletten Darlehensbetrag. Das Darlehen wird in der Höhe des aktuellen Rückkaufswerts gezahlt. Wenn keine Sondertilgung in Aussicht steht, kommst du mit einem einfachen Konsumentenkredit vielleicht besser trotz der höheren Zinsen. Schließlich müssen die Gesamtkosten berücksichtigt werden. Für die meisten Versicherungsnehmer lohnt sich das Beleihen nur in den letzten Jahren der Vertragslaufzeit. Weitere Alternativen sind:

  • Beitragsdynamik stoppen: Bei manchen Policen handelt es sich um einen dynamischen Vertrag. Der Einstieg ist relativ günstig und mit der Zeit steigen die Beiträge. Hier gibt es die Chance, diese Dynamik streichen zu lassen. Damit bleiben die Kosten konstant, aber der Hinterbliebenenschutz wird weniger.
  • Ratenzahlung prüfen: Die meisten Lebensversicherungen werden nicht monatlich, sondern jährlich getilgt. Fällt die Abbuchung auf eine ungünstige Zeit, beispielsweise auf den Jahresanfang, lässt sich dieser Zeitpunkt in manchen Fällen verlegen. Andernfalls stellst du die Versicherung auf eine monatliche Ratenzahlung um und hast über das ganze Jahr hinweg kleinere Raten. Auf die Gesamtsumme gesehen gibt es jedoch Ratenzuschläge und die Versicherung wird mit diesem Prinzip allgemein teurer.

Seriöse Anbieter

Es gibt verschiedene Ankäufer auf dem Markt und bei der Auswahl solltest du einen wichtigen Punkt berücksichtigen. Im besten Fall handelt es sich um ein Mitglied aus dem Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL). Alle diese Unternehmen müssen den Vertrag kostenlos prüfen und ein unverbindliches Angebot machen. Du kannst dich auf eine seriöse Arbeitsweise verlassen und das Geld wird später als eine komplette Summe ausgezahlt.

AnkäuferBesonderheiten
Policen Direkt
  • Für kapitalbildende Policen
  • Lebens- und Rentenversicherungen
  • auch fondsgebundene Versicherungen
  • ab 5.000 € Rückkaufswert
CFI Fairpay
  • Für Lebens- und Rentenversicherungen
  • nur kapitalbildende Verträge
  • Ankauf erst ab 10.000 € Rückkaufswert
  • individuelle Angebote
Winninger
  • Angebot auch bei niedrigen Rückkaufswerten
  • meist erst ab 10.000 €
  • kaufen auch jüngere Verträge vor 2012
  • alle Lebens- und Rentenversicherungen

Beachte immer: Jeder dieser Ankäufer berechnet anders und hat andere Vorgaben. Wenn du beispielsweise mit deiner Police nicht weiterkommst, machen dir andere Ankäufer vielleicht ein lukratives Angebot. Am besten hast du mehrere Angebote, um die Kaufpreise dann miteinander zu vergleichen. Was genau in die Berechnung mit eingeht und worauf die Ankäufer achten, ist immer unterschiedlich. Wichtig ist nur, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das selber Policen ankauft.

Darüber hinaus gibt es Portale, die deine Police nur an andere Ankäufer und Investoren vermittelt. Ein Beispiel dafür ist Cashlife, die kapitalbildende Lebensversicherungen an eine größere Gruppe von Kaufinteressenten weitergeben. Allerdings erhalten diese Portale für eine Vermittlung eine Provision. Das heißt: der eigentliche Kaufpreis reduziert sich durch diese zusätzlichen Kosten. Außerdem solltest du dir den späteren Käufer genau anschauen. Schließlich gehst du mit ihm einen Vertrag ein und musst auf die Glaubwürdigkeit achten. Manchmal helfen auch Vergleichsportale weiter, wie Check24 oder verschiedene Online Rechner. Ebenso kannst du dir zusätzlich Informationen bei der Verbraucherzentrale einholen. Die Policen folgender Gesellschaften werden am häufigsten verkauft:

  • Allianz Lebensversicherung
  • Module der Sparkasse
  • PB Versicherungen

Seriöse Anbieter erkennen – Kaufpreis als Summe anfordern

Es gibt daneben einige kleine Tricks, um seriöse Anbieter zu erkennen. Zunächst sollte es ein Achtungssignal sein, wenn es sich um eine sehr hohe Kaufsumme handelt. Es sollten zwar beide Seiten Vorteile auf dem Verkauf ziehen, aber der Kaufpreis muss noch realistisch sein. Wie bereits erwähnt, liegt er meist 2 – 4 Prozent über dem Rückkaufswert. Diesen Richtwert solltest du bei dem Vergleich der Anbieter immer im Hinterkopf haben. Außerdem sollte der Ankäufer den Kaufpreis in einer Summe auszahlen. Nur seriöse Anbieter wollen Raten aushandeln.

Außerdem sollten Angebot und Handel an sich für dich kostenfrei sein. Wer eine Gebühr für das Angebot verlangt, handelt meist unseriös und will die Police gar nicht kaufen. Manche Unternehmen versuchen ihre Kunden zu überreden, den Kaufpreis direkt in geschlossene Fonds als Geldanlage zu investieren. Auch von diesen Anbietern solltest du direkt die Finger lassen. Die versprochenen Renditen haben nichts mit der Realität zu tun und schließlich willst du das Geld direkt ausgezahlt bekommen. Stiftung Warentest hatte sich einige Anbieter genauer angeschaut und kennt die Tricks der unseriösen Anbieter.

Auch das ZDF warnt vor Betrüger und hat einen eigenen Beitrag darüber gedreht. Die Ergebnisse siehst du im folgenden Video:

Expertentipps: Steuern und Zusatzversicherungen

Du kannst den Kaufpreis natürlich nicht immer in voller Summe behalten. Dann hast du die Rechnung ohne das Finanzamt gemacht. Während du bei einer Kündigung allerdings eine hohe Kapitalertragssteuer abtreten musst, handelt es sich beim Verkaufen der Lebensversicherung nur um sehr geringe Steuerbeträge. In manchen Fällen ist wirklich keine Steuer zu zahlen. Die trifft hauptsächlich auf die Verträge vor 2005 zu. Du musst aber mindestens fünf Jahre lang in den Vertrag eingezahlt haben. Alle Policen ab 31.3.1996 werden gesondert behandelt. Sie dürfen nur steuerfrei verkauft werden, wenn es einen Todesfallschutz gibt für mindestens 60 Prozent der Summe insgesamt.

Bei Policen ab dem Jahr 2005 ist mit einer kleinen Steuerbelastung zu rechnen. Zumindest ist der Versicherer in der Pflicht, den Vorgang bei zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Hierbei gibt der Versicherer die Summe des Verkaufs und die jeweils entrichteten Beiträge als Informationen an das Amt weiter. Wenn die Verkaufssumme höher ist als die Summe der Beiträge, handelt es sich um einen Gewinn. Dieser muss direkt versteuert werden mit dem Solidaritätszuschlag, der Kirchensteuer und 25 Prozent Abgeltungssteuer. Wichtig: der Versicherer informiert nur das Finanzamt und die Zahlung musst du selbst übernehmen. Den Gewinn gibst du außerdem in der Steuererklärung an, als Kapitalertrag und der Anlage KAP.

Allerdings gibt es auch einen Freibetrag von 801 Euro bei Alleinstehenden und von 1.602 Euro bei Verheirateten. Solange dieser Freibetrag für Kapitalerträge noch nicht ausgeschöpft ist, kannst du den Gewinn aus der Lebensversicherung anrechnen lassen. Eine zusätzliche Steuer ist dann nicht zu zahlen, wenn du dich noch innerhalb des Freibetrags bewegst. Hast du den Vertrag komplett mit Verlusten verkauft, dann solltest du ebenfalls einen Eintrag in der Anlage KAP der Steuererklärung vornehmen. Die Verluste würden dann nämlich mit anderen Kapitalerträgen verrechnet und mindern die Steuerbelastung.

Grundsätzlich gilt: Wer sich noch unsicher ist, sollte unbedingt Rücksprache mit dem Steuerberater oder der Steuerhilfe halten.

Zusatzversicherungen prüfen und Daueraufträge beenden

Ist die Lebensversicherung verkauft, gibt es noch einige wichtige Punkte zu beachten. So sollte beispielsweise umgehend der Dauerauftrag bei der Bank beendet werden. Schließlich übernimmt der Käufer der Police die weitere Zahlung der monatlichen Beiträge. Wer die Zahlung zu spät stoppt, muss wieder mit dem Ankäufer in Verbindung treten. In den meisten Fällen bekommst du das Geld ohne Verluste wieder zurückgezahlt.

Manche Lebensversicherungen sind an bestimmte Zusatzversicherungen gekoppelt. Das kann je nach persönlicher Situation eine Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Derartige Zusätze gehen natürlich mit dem Kauf der eigentliche Police verloren. Du solltest dir vorher im Klaren sein, welchen Schutz du noch brauchst. Manche Gesellschaften wandeln dann die Zusätze in eigenständige Versicherungen um und gliedern sie aus. Du bekommst also eine neue Police, zahlst die Beiträge für diese Zusatzversicherungen weiter und umgehst teilweise eine erneute Gesundheitsprüfung.

Doch nicht alle Versicherer ermöglichen die Umwandlung der Zusatzverträge. Ist dann die Lebensversicherung verkauft, hängen die anderen Verträge mit daran fest. Prüfe bei der Gesellschaft, ob du die Versicherungen neu abschließen kannst. Allerdings musst du dann auch mit höheren Raten rechnen.

Todesfallschutz – Sicherheit für die Hinterbliebenen

Eine Lebensversicherung ist meist mit einem Todesfallschutz versehen. Das heißt, die Hinterbliebenen bekommen bei Verlust ihres Angehörigen eine höhere Summe ausgezahlt. Sie dient dazu, die Kosten für die Beerdigung zu decken oder eventuelle Kredite noch abzulösen. Soll die Lebensversicherung nun aus einer Notsituation verkauft werden, lässt sich dieser Todesfallschutz erhalten. Die Todesfallsumme ist im Vertrag festgeschrieben und bleibt bestehen. Nur ein kleiner Teil geht an den Käufer der Versicherung:

  • Er zieht den Kaufpreis der Versicherung ab, da dieser bereits gezahlt worden ist.
  • Ebenso gehen die bis zu dem Zeitpunkt bezahlten Beiträge ab inklusive Zinsen von 6 bis 7 Prozent.
  • Manchmal ist mit einer Bearbeitungsgebühr zu rechnen.

Die übrige Summe ist dann der ausgezahlte Todesfallschutz. Je später du also deine Lebensversicherung verkaufst, desto mehr sinkt dieser Schutz. Außerdem besteht keine Garantie auf diesen Schutz. Der Ankäufer könnte beispielsweise die Versicherung nicht mehr bedienen oder eigenständig kündigen. Dann erlischt natürlich auch der Todesfallschutz. Der Regelfall ist das jedoch nicht. Will der Käufer aber sein Portfolio anders ausrichten oder gerät in finanzielle Schieflage, wäre das noch ein denkbares Szenario.

Fazit – verkaufen statt kündigen

Ein finanzieller Engpass kommt meist schneller als gedacht. Bevor jedoch die Lebensversicherung gekündigt wird, sind alle Alternativen dazu zu prüfen. Statt die Police zu beleihen oder beitragsfrei zu stellen, lohnt sich für manche Versicherungsnehmer der Verkauf. Doch nicht alle Policen sind für die Ankäufer lukrativ. Im besten Fall bekommst du den Rückkaufswert in voller Höhe und einen Aufschlag von 2 – 4 Prozent ausgezahlt. Außerdem kann der Todesfallschutz bestehen bleiben. Hol dir unterschiedliche Angebote ein und prüfe die Ergebnisse. Achte aber auf unseriöse Anbieter, die das Geld nicht mit einem Schlag auszahlen wollen. Bei Unsicherheit klärst du deine Fragen vorher am besten mit deinem Steuerberater ab.

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